» Laufbericht vom Frankfurter Marathon (30. Oktober)

Laufbericht vom Frankfurter Marathon (30. Oktober)

Frankfurt – TSV Hollstadt

Die Wetterprognosen versprechen viel. Die Temperaturen für das Wochenende sollen sich zwischen 12 und 16 Grad bewegen. Ideales Laufwetter! Das Training ist seit Tagen beendet. Nun gilt es, bei den letzten Vorbereitungen keine Fehler zu machen. Neben einem guten Training müssen auch Kleidung und Verpflegung optimal auf den Wettkampf abgestimmt sein.

Noch ein Tag bis zum großen Event. Gemeinsam reist das Team an und bezieht Quartier im Hotel in der Nähe des Start- und Zielbereiches. Nach dem Abholen der Startunterlagen gilt es, bei der Nudelparty Kohlenhydrate zu bunkern. Ein Steak am Abend soll für die nötige Eiweißzufuhr sorgen. Dann frühzeitig ins Bett! Damit hat das Team alles getan um am nächsten Tag ausgeschlafen und voller Energie an den Start zu gehen.

In Frankfurt steht die 30. Auflage des Städtemarathons auf dem Programm. Showdown für drei Läufer und Läuferinnen des TSV Hollstadt. Teilnehmerrekord – über 15.000 Starter stehen im langgezogenen Starterfeld. Ganz vorne die Elite – man wird versuchen Weltrekord zu laufen! Für die deutschen Spitzenläufer gilt es, die Olympianorm für London zu schaffen. Die Starter aus Hollstadt backen etwas kleinere Brötchen, jeder hat sich ein persönliches Ziel vorgenommen – ohne Weltrekord, ohne Olympianorm.

Im ersten Startblock steht Dietmar Werner. Er startet bereits zum vierten Mal in Frankfurt. In Startblock zwei kann Manuela Greier die Nervosität vor ihrem ersten Marathon nicht verbergen. Einen Startblock weiter steht mit Rupert Bamberger aus Bundorf der dritte Starter des TSV Hollstadt. Er wird versuchen durchzukommen, hatte er doch, beruflich bedingt, keine Zeit für ein aufwendiges Training. Er setzt auf die Erfahrung aus bereits sieben gelaufenen Marathons. Begleitet werden die Athleten durch die Ehegatten, die sich an verschiedenen Stellen der Strecke zum Anfeuern aufstellen.

Der Starter zählt die letzten Sekunden herunter. Dann der Startschuss. Mit schnellen Schritten steuern die Eliteläufer dem geplanten Weltrekord entgegen. Bis die letzten Starter die Startlinie überschreiten, sollen noch einige Minuten vergehen. Dann sind sie alle unterwegs. 15.500 Läufer und Läuferinnen befinden sich auf dem verwinkelten Kurs durch die Innenstadt Frankfurts, vorbei an den Hochhäusern des Bankenviertels der Mainmetropole.

Dietmar Werner kam vom Start gut weg. Sein eigenes Leistungsvermögen konnte er wegen einer Verletzung nicht exakt einschätzen. Er entschied sich für ein flottes Anfangstempo und versuchte dies möglichst lange zu halten. Der Plan schien zu funktionieren. Erst ab Kilometer 32 musste er das Tempo etwas zurücknehmen. Mit 3:04:54 Stunden Laufzeit war er am Ende sehr zufrieden.

Für Rupert Bamberger sollte es kein leichter Lauf werden. Mit kontrolliertem Tempo kam er bis Kilometer 25 gut durch. Dann rebellierte sein Körper und die mangelnde Vorbereitung sollte sich rächen. Mehrfach machte die Muskulatur zu und Krämpfe stellten sich ein. Für viele ein Grund aufzugeben – nicht für Rupert Bamberger. Tapfer kämpfte er sich ins Ziel – viele andere Läufer hatten da längst aufgegeben. Mit 4:39:24 Stunden war es keine persönliche Bestzeit aber ein Beweis für seine Kämpferqualitäten.

Dann war da noch Manuela Greier bei ihrem Marathondebut. Seit Monaten hatte sich die Fitnesstrainerin auf diesen Wettkampf mit enormem Trainingsfleiß vorbereitet. Vom Start weg lief sie ein konsequentes, gleichmäßig hohes Tempo. In der zweiten Hälfte des Rennens konnte sie sich sogar noch steigern. Die gute Vorbereitung und die intelligente Laufeinteilung sollten für das Knallerergebnis sorgen. Bei 3:21:28 blieb die Uhr stehen, als Manuela die Ziellinie auf dem roten Teppich in der Frankfurter Festhalle überlief. Mit diesem Ergebnis sollte sie nicht nur in die Hall of fame des TSV Hollstadt einziehen. Sie ließ damit beim ersten Start gleich 95 Prozent aller weiblichen Starterinnen hinter sich und landete in ihrer Altersklasse auf einem sensationellen 31 Platz.

Der Marathon in Frankfurt war ein schönes Erlebnis – Laufen ein Mannschaftssport!

Der Weltrekord wurde nur knapp verpasst. Vier Sekunden fehlten dem Sieger Kipsang Wilson aus Kenia– ein Wimpernschlag für einen Marthonlauf über 42,195 Kilometer!

Dietmar Werner

Marathon Frankfurt. Starter TSV Hollstadt

Jan Gensler am 1. November 2011

 

1 Kommentar »

  1. Hallo Manuela !

    Herzlichen Glückwunsch und Respekt für diese hammermässige Zeit. Echt Wahnsinn, was Du für ein Tempo gelaufen bist.
    Dann erhol Dich jetzt auch mal ein bißchen von den Strapazen, damit Du weiterhin fit und gesund bleibst.
    Den beiden anderen, unbekannterweise, natürlich auch herzliche Glückwünsche und noch viele schöne Läufe.

    by Astrid — 2. November 2011 @ 20:22