» 2011 » Juni

Berlinlauf – ein Teilnehmerbericht

Wie berichtet, waren drei Staffeln am Donnerstag den 02. Juni in Bad Königshofen mit dem Ziel, Berlin/Bundesministerum für Gesundheit, aufgebrochen. Die Schilderung des ersten Lauftages mit Ziel und Übernachtung in der Zentralklinik Bad Berka sowie den Hintergrund des Laufes wurde bereits durch den Initiator Eberhard Helm, praktizierender Hausarzt in Ostheim informiert.

Die folgenden Schilderungen und Informationen erhielten wir von Dietmar Werner, Vorsitzender des TSV Hollstadt und gleichzeitig Teilnehmer des Laufes. Das Thema Prävention liegt ihm aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Bezirksgeschäftsführer der BARMER GEK in Bad Königshofen besonders am Herzen. So motivierte er seine Laufgruppe, an dem Lauf nach Berlin mit einer eigenen Staffel des TSV teilzunehmen.

TSV Hollstadt am Start - man sieht, wir wollen hoch hinaus!

TSV Hollstadt am Start - man sieht, wir wollen hoch hinaus!

Von Bad Berka führte die zweite Tagesetappe nach Bad Dürrenberg. Die Strecke führte durch Weimar, direkt am bekannten Stadtschloß vorbei in Richtung Apolda. Nachdem man die Ilm hinter sich gelassen hatte, orientierten sich die Läufer an diesem Tag zumeist am Radweg entlang der sächsischen Saale. Einige Sperrungen, wegen Baumaßnahmen an Brücken und Straßen, zwangen die Teams immer wieder zur Änderung der Laufstrecke. Leider waren die Umleitungen der Radwege nur sehr schlecht beschildert. So kam es immer wieder zu Umwegen und die die geplante Etappe verlängerte sich unfreiwillig.

kein Wunder, wenn man sich da verläuft!

kein Wunder, wenn man sich da verläuft!

Das Nachtlager beim Kanuclub in Bad Dürrenberg war gewöhnungsbedürftig. Der Abend sollte jedoch sehr stimmungsvoll enden. Nachdem mit dem zweiten Tagesabschnitt der „Gipfel“ der Laufstrecke erreicht war, feierte man kurzentschlossen das „Bergfest“. Kräftig dazu beigetragen hatte hier Roland Winkelharrer aus Mühlfeld mit seiner Gitarre.

danke Roland, es war ein stimmungsvoller Abend - auch wenn die Jugendlichen nicht schlafen konnten!

danke Roland, es war ein stimmungsvoller Abend - auch wenn die Jugendlichen nicht schlafen konnten!


Die „Halbzeitparty“ des Vorabends haben alle Läufer gut überstanden. Bereits um 05.30 Uhr krochen die Ersten aus den Schlafsäcken um sich für die längste Tagesetappe vorzubereiten. Nachdem die „Jungen“ schön frühzeitig zu Bett gegangen waren, durfen sie etwas länger schlafen und die „Alten“ machten sich um 07.00 Uhr auf den Weg nach Bad Belzig, einer kleinen brandenburgischen Kurstadt.
Als Zwischenstation stand der Besuch der Jahrestagung der Deutschen- Diabetes-Gesellschaft, in der Neuen Messe in Leipzig auf dem Programm. Dort wurde die Gruppe Professor Dr. med. Olga Kordonouri,Tagungspräsidentin, und weiteren führenden Funktionären empfangen. Eberhard Helm erhielt eine Unterschriftenliste von über 1.000 Ärzten, die das Projekt „Prävention“ unterstützen. Gemeinsam trafen die Staffeln am großen Veranstaltungssaal ein. Nach einem kurzen Gespräch und Informationsaustausch und einem gemeinsamen Gruppenfoto (Anlage: Gruppenfoto Leipzig) machten sich die verschiedenen Staffeln wieder getrennt auf den langen Weg bis zum Tageszielort Bad Belzig.
Die überlandlauferfahrene Truppe des TSV Hollstadt orientierte sich zunächst an der wenig befahrenen Bundesstraße in Richtung Lutherstadt Wittenberg. Die anderen Staffeln versuchten über schlecht beschilderte Radwege ihr Ziel zu erreichen. Wie sich sehr schnell herausstellte, machte die Hitze den Läuferinnen und Läufer auch an diesem Tag zu schaffen. Große Flüssigkeitsmengen galt es zu sich zu nehmen. Trotz unterschiedlicher Routen trafen sich die Staffeln in Wittenstadt wieder. Ab dort wählten alle die landschaftlich schöne Strecke des Europaratweges R1 (Bild Hannes R1). In der großen Hitze waren die Fahrradbegleiter mit ihren Trinkflaschen eine sehr nützliche Hilfe. Auf dem wellingen und abwechslungsreichen Terrain konnte man immer wieder große Windparks sehen, für Rhöner ein noch ungewöhnlicher Anblick!
Nach einer Gesaamtstrecke von 140 Tageskilometern trafen sich alle Teilnehmer in der neuen Sporthalle des Stadt Bad Belzig und bereiteten ihr Nachtlager vor. Zunächst stand Kalorientanken auf dem Plan. Teilweise hatten die Läufer und Läuferinnen an diesem Tag über dreißig Kilometer, bei sengender Hitze in den Beinen. So war die Lust am „Essengehen“ bei Einigen völlig vergangen. Stattdessen holten die Betreuer riesige Pizzamengen. Der Mattenwagen diente als reichlich gedeckter Tisch. Bei einem letzten Gutenachttrunk sprach man die Route für den nächsten Tag durch und verkrümelte sich totmüde in die Schlafsäcke.
Der letzte Tag. Wieder sehr frühzeitig war Wecken angesagt. Während sich die ersten beiden Staffeln auf den Weg Richtung Berlin aufmachten, erwartete die Mannschaft aus Ostheim ein Fernsehteam die den Staffellauf auf der letzten Etappe von Bad Belzig nach Berlin begleiten und eine Story daraus machen wollten. An diesem Sonntag fuhren aus der Rhöner Heimat ca. 35 Personen mit dem Bus nach Berlin. Die Gruppe wollten zum einen die Läufern in Berlin empfangen und beim Empfang im Bundesministerium für Gesundheit dabei sein. Davor wollte man im Potsdamer Schloß Sanssouci gemeinsam eine Walkingrunde drehen. Es sollte alles ganz anders kommen.
Ohne Probleme erreichten die Staffeln Potsdam. Bereits unterwegs wurden die Läufer informiert, dass gerade an diesem Tage in Potsdam mit einigen Verkehrssperrungen, wegen der dortigen Halbmarahtonveranstaltung, zu rechnen sei. Sollte ausgerechnet eine Laufveranstaltung das Ziel Berlin verhindern? Zu unterschiedlichen Zeiten trafen die Staffeln in Potsdam ein. Das Team des TSV Hollstadt hatte frühzeitig die Stadt erreicht. Doch kurz vor der Durchfahrt wurde der Begleitbus bestoppt und konnte eine volle Stunde nicht weiterfahren. Der Läufer, Willi Heitel, war jedoch bereits unterwegs und man wusste nicht, wann man ihn auf der Strecke wieder zum Staffelwechsel einholen kann. Zum Glück hat Willi Heitel bereits Erfahrung mit solchen Situationen. Er drosselte das Tempo und versuchte von vorbeifahrenden Radfahreren mit Wasser versorgt zu werden. Leider ohne Erfolg – „herzlichen Dank“ an die brandenburgischen Radfahrer! Nach über neunzig Minuten ohne Wasser und bei gleisender Hitze wurde Willi abgelöst.
Dem Team aus Ostheim erging es ähnlich. Dort entschloss man sich, wegen der Totalsperrung eine andere Route zu nehmen. Das Begleitfahrzeug setzte mit der Fähre über die Havel. Der Läufer entschied sich kurzerhand zum Schwimmer zu werden und schwamm zum anderen Ufer. Das nächste Hinderniss sollte in Berlin warten.
Auch in Berlin waren teilweise massive Verkehrssperrungen vorhergesagt. Mit einer Fahrradsternfahrt machte man auf den dortigen Umwelttag aufmerksam. Wieder konnten die Staffeln die geplanten Routen und Wechselpunkte nicht einhalten. Improvisation war angesagt. Auf Ostheimer Seite entschied man sich, ein Team mit zwei Fahrradbegleitern und einem Läufer in das Getümmel zu schicken. So konnte man die Laufstrecke aufteilen. Gut, wenn man an so einem Tag einen Rene Stöckert im Team hat!
Im Hollstädter Team entschied man sich ebenfalls für einen Radbegleiter. Hannes Schmitt unterstützte den jeweiligen Läufer. Gut, dass das Ziel nicht mehr weit war. Die Begleitmannschaft des Hollstädter Teams leistete Schwerstarbeit und fanden einen „Schleichweg“ um wieder zum Läufer zu gelangen. Der letzte Wechsel stand an. Die letzte Teilstrecke führte über den Kurfürstendamm, klar, dass diese Strecke den Frauen überlassen wurde. Als Zielpunkt wurde die Gedächtniskirche festgelegt. Dort wurde der Begleitbuss geparkt. Trotz aller Widerigkeiten war das Team im Zeitplan. So konnte man die letzten sechs Kilometer gemeinsam zu Fuß gehen.

„unser Sieg“ an der Siegessäule!

„unser Sieg“ an der Siegessäule!

Über die Siegessäule und dem Brandenburger Tor führte der Weg zum Bundesministerium für Gesundheit. Die Rhöner Busfahrer warteten schon und begrüßten die Läufer mit Begeisterung. Punkt 15.00 Uhr trafen alle Teams am Ministerium ein. Ministerialdirigend Paland empfing, als Vertreter für den Gesundheitsminister Daniel Bahr, die Aktiven und begrüßte alle Gäste aus der Rhön. Er freute sich, dass das Thema Prävention durch eine derartige spektakuläre Art nach Berlin getragen wurde. Eberhard Helm überreichte die gesammelten Unterschriften und forderte die Regierung auf das lang diskutierte „Präventionsgesetz“ doch endlich zu verabschieden.

Bionade-Familie in Berlin – die Rhön erobert die Hauptstadt!

Bionade-Familie in Berlin – die Rhön erobert die Hauptstadt!

Nach kurzem Aufenthalt im Ministerium machten sich die Teams und auch der Besucherbus wieder auf den Heimweg. Die Laufteams nahmen viele Eindrücke der schönen deutschen Landschaft mit nach Hause. Nach 475 Kilometern und einigen Umwegen hatten alle Teilnehmer auch etwas für ihre Gesundheit getan.
Im Sinne der BARMER GEK gibt Dietmar Werner daher den Ratschlag zur Prävention: „Nimm Dir regelmäßig Zeit für Deine Gesundheit, sonst wirst Du Dir die Zeit nehmen müssen für Deine Krankheit“.

Jan Gensler am 19. Juni 2011

 

Moritz Helm in Schweinfurt stark

Mit neuer persönlicher Bestleistung konnte Moritz Helm in Schweinfurt überzeugen. In einem gut besetzten Rennen bei der DLV/BLV-Jugendgala steigerte es sich über 800 Meter auf nun mehr 2:00,22 Minuten und blieb somit nur hauchdünn über der begehrten 2 Minuten Schallmauer.

Weitere Ergebnisse stehen noch nicht aus

Simona Greier am 18. Juni 2011

 

Annika Topitsch läuft persönliche Bestzeit

Beim traditionellen Pfingstmeeting in Obersuhl war eine Hand voll Ostheimer Athleten am Start.
Auf der vor einem Jahr neu renovierten Bahn präsentierte sich Bettina Topitsch über die Sprintstrecken in guter Form und wusste mit 14,36 Sekunden über 100 Meter, sowie 29,87 Sekunden über 200 Meter zu überzeugen.
Sohn Christian bewies ebenfalls seine Sprintstärke und setzte sich gegen seine gleichaltrigen Kollegen über 75 Meter in 10,52 Sekunden durch. Mit seinen 4,25 Meter im Weitsprung blieb Topitsch allerdings deutlich hinter seiner Bestleistung zurück.
Schwester Annika wollte das Meeting in Hessen nutzen, um ihre Bestzeit über 300 Meter noch einmal vor den Landesmeisterschaften auf eben dieser Strecke zu verbessern. Nach zügigem Beginn bog die Gymnasiastin mit konstant hohem Tempo auf die Zielgerade ein. Obwohl auf den letzten 40 Metern die Beine müde wurden, konnte sich die Ostheimerin um acht Zentelsekunden auf nun mehr 43,77 Sekunden steigern.
Im 800 Meter-Rennen der Frauen und Jugendlichen mussten sich die Ostheimerinnen Simona Greier und Katharina Topitsch auf eine gemeinsame Taktik einigen, um in einem schlecht besetzten Rennen eine vernünftige Zeit zu erzielen.
Nach 200 Metern lagen beide noch im Soll, verloren aber auf der weiteren Runde einige Sekunden. Durch den langen Spurt ab der letzten Kurve konnten die Ostheimerinnen noch ein paar Sekunden gut machen, so dass im Ziel 2:27,14 Minuten für Greier und 2:28,21 Minuten für Topitsch zu Buche standen. Beide erhoffen sich aber für dieser Jahr noch deutlich schnellere Zeiten.

Simona Greier am 13. Juni 2011

 

Staffellauf von Bad Königshofen nach Berlin eine Demonstration der Sportbegeisterung

Rund 30 Staffel-Teilnehmer des Leichtathletik-Leistungszentrums Rhön-Grabfeld, hatten sich am vergangenen Wochenende an dem Lauf beteiligt, den Startschuss an der Frankentherme Bad Königshofen hörten rund 80 Unterstützer. Mit im Gepäck hatten die Sportler 200 Unterschriften, die alle das Eine forderten. „Wir brauchen mehr Prävention“. Am Ende hat zwar nicht der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr persönlich die Unterschriftenliste entgegengenommen. Aber in den EHEC-Zeiten ist das verständlich, und der für Prävention zuständige Ministerialdirigent Norbert Paland war ein würdiger und politisch gewichtiger Ersatzmann.

Doch bis das Ziel Berlin erreicht war, galt es die eine oder andere Hürde zu nehmen. Verirren kann man sich nämlich nicht nur in den Wirrungen der Gesundheitspolitik, sondern schon jenseits der Landkreisgrenzen, die am hinter Trappstadt erreicht waren. In Haubinda hatte der Ostheimer Kreisrat Axel Kochinki noch 200 Unterschriften übergeben, aber der eigentlich erwartete Scout durch die Thüringer Fluren erschien nicht. Drei Staffelläufer verirrten sich gleich hinter der bayerisch-thüringischen Landesgrenze das erste Mal. Aber kurz vor Bad Rodach fand das Team wieder zusammen.

In der Zentralklinik von Bad Berka, einem Haus der Rhönklinikum AG, fanden die Staffelläufer ihre erste Übernachtungsmöglichkeit. Welch wertvolle Erfahrung der Präventionslauf sein kann, zeigt das Beispiel eines Ostheimers, der wegen einer Diabetes-Erkrankung seinen geliebten Flugsport eigentlich nicht mehr ausüben darf. „Er war mit vollem Einsatz bei der Sache. Und wenn alles gut läuft, könnte durch ausreichend Sport diese Diabetes-Variante heilen“, hofft Helm.

Dass der Lauf in Bad Königshofen begonnen hat, kommt für den Ostheimer Allgemeinarzt Helm nicht von ungefähr. „Es sind die Bäder in unserem Bäderlandkreis, die immer mehr auf das Thema Prävention setzen, darum war der Start in Bad Königshofen auch ein symbolischer“, sagt Helm. „Prävention ist ganz im Sinne des Heilbäderverbandes“, hatte auch Kurdirektor Werner Angermüller gesagt.

Gerhard Fischer, mainpost.de

weitere Bilder im Fotoalbum

Jan Gensler am 11. Juni 2011

 

IRHÖNMAN – Bad Neustädter Wellness- und Bewegungstage ab 14. Juli

Mit einer tollen Idee kommt Mitte Juli 2011 wieder ein Stück mehr Lebensfreude, Bewegung und Gesundheit in den Landkreis Rhön-Grabfeld: Sparkasse Bad Neustadt, VfL 1860 Sportfreunde Bad Neustadt und TSV Brendlorenzen haben sich zusammen getan und die im letzten Jahr noch isoliert stattfindenden Veranstaltungen zum IRHÖNMAN verknüpft:
Los geht es mit dem Donnerstagabend-Konzert auf dem Neustädter Marktplatz. Am Freitag folgt der Sparkassen-Stadtlauf, in dem auch der Rhön-Grabfeld-Cup eingebunden ist. Schwimmen nach Lust und Laune heißt es am Samstag, während sich am Sonntag wieder Tausende im Rahmen des Rhöner Kuppenritts aufs Rad schwingen.

Mehr Informationen auf der offiziellen IRHÖNMAN-Seite

Jan Gensler am 10. Juni 2011

 

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